Das Fahren von Transfers ist eine der am meisten unterschätzten saisonalen Aufgaben in den Skigebieten. Während die Stellen in der Küche und im Housekeeping gut sichtbar sind, werden die Fahrerstellen oft im Stillen von Reiseveranstaltern und Skifirmen besetzt - und sie haben einige echte Vorteile: klare Arbeitszeiten, Trinkgelder von dankbaren Gästen und keine körperliche Belastung wie in einem Hotel.
Verfügbare Arten von Fahrertätigkeiten
Flughafentransfers
Die häufigste Form der saisonalen Fahrertätigkeit. Du holst Gäste von den Flughäfen Genf, Zürich, Innsbruck, Lyon, Turin oder Salzburg ab und fährst sie zu ihrem Urlaubsort. Die Fahrten können 1-3 Stunden pro Strecke dauern.
Diese Aufgaben werden hauptsächlich von folgenden Unternehmen übernommen:
- Pauschalreiseveranstaltern (Inghams, Neilson, Crystal, Tui)
- Privaten Transferunternehmen (Ben's Bus, Alps2Alps, Mountain Transfer)
- Luxus-Skigebietsbetreiber mit privaten Flotten
Skigebiets-Shuttles und Talbusse
Beförderung der Gäste zwischen den Skigebieten, Skiliften und Dörfern innerhalb eines Skigebiets. In der Regel sind sie direkt beim Betreiber des Skigebiets oder bei den örtlichen Verkehrsbetrieben angestellt.
Privater Chauffeur / VIP-Transfer
High-End-Arbeit für Luxusresorts (Courchevel 1850, Verbier, St. Moritz, Gstaad). Du fährst Privatkunden in Premiumfahrzeugen. Erfordert ein tadelloses Auftreten, Diskretion und oft zusätzliche Sprachkenntnisse. Die Trinkgelder auf dieser Ebene können beträchtlich sein.
Ausrüstungs- und Versorgungslogistik
Einige Ferienorte stellen Fahrer/innen für die interne Logistik ein - für den Transport von Skiausrüstung, Wäsche, Küchenbedarf und Personal zwischen den Häusern. Sie haben weniger mit den Gästen zu tun und fangen oft früher an.
Welche Qualifikationen brauchst du?
Für Standard-Transferfahrten (Minibus, Van):
- Führerschein ohne schwerwiegende Einträge (mindestens 3 Jahre im Besitz - Betreiber prüfen das genau)
- Führerscheinklasse D1 für Kleinbusse mit 9-16 Fahrgästen (EU/EWR-Standard) - überprüfe, ob dein Führerschein dies beinhaltet
- DBS / Strafregisterauszug (wird von den meisten Betreibern verlangt)
- Grundlegende Erste-Hilfe-Kenntnisse werden zunehmend erwartet
Für das Fahren von Reisebussen (17+ Fahrgäste):
- Voller Führerschein der Klasse D
- CPC (Certificate of Professional Competence) - in der EU obligatorisch für Berufskraftfahrer und Busfahrer
Für VIP/Chauffeur:
- Ein sauberer Standard-Führerschein ist für die Arbeit im Auto ausreichend
- Manche Betreiber verlangen einen nationalen Gewerbeschein für den kommerziellen Personentransport
Inhaber eines Nicht-EU-Führerscheins: Wenn du einen Führerschein von außerhalb der EU besitzt (Australien, Kanada, USA), kannst du in den meisten Alpenländern bis zu 12 Monate lang mit deinem Heimatführerschein fahren. Überprüfe die spezifischen Regeln für jedes Land, denn die Schweiz, Frankreich, Österreich und Italien haben leicht unterschiedliche Auslegungen.
Was du verdienen wirst
Die Vergütung von Transferfahrern unterscheidet sich vom Gastgewerbe: Festanstellung mit Monatsgehalt bei Betreibern oder Abrechnung pro Fahrt bei unabhängigen Transferunternehmen.
| Rolle | Typischer Verdienst |
|---|---|
| Angestellter Transferfahrer | €1.800-2.400/Monat brutto (Saisonvertrag) |
| Unabhängiger Transferfahrer (pro Fahrt) | €60-150/Fahrt, je nach Entfernung |
| Resort Shuttle-Fahrer | €1.700-2.200/Monat |
| Privater Chauffeur (VIP-Resorts) | €2.200-3.500/Monat + Trinkgeld |
Fahrerstellen in der Schweiz werden in CHF vergütet. Vergleichbare Rollen liegen typischerweise bei CHF 3.500-5.000/Monat.
Trinkgelder sind ein wichtiger Teil des Einkommens von Transferfahrern, vor allem bei Fahrten zum Flughafen, wo die Gäste müde ankommen und glücklich abreisen (oder umgekehrt). Ein vielbeschäftigter Fahrer in einem guten Resort kann in der Hochsaison 200-500 €/Monat an Trinkgeldern einnehmen.
Unterkunft: Bei den Betreibern angestellte Fahrer/innen sind in der Regel mit anderen Angestellten des Ferienorts untergebracht. Selbstständige Fahrer/innen, die ihren eigenen Vertrag abschließen, müssen die Kosten für die Unterkunft einkalkulieren.
Praktische Realitäten
Stunden: Transferfahrten haben unregelmäßige, aber oft vorhersehbare Zeiten. Flughafenfahrten finden statt, wenn die Flüge landen - samstägliche Umsteigetage bedeuten frühe Starts und späte Endzeiten. Mitte der Woche kann es ruhig sein. Das unterscheidet sich stark vom täglichen Rhythmus der Hotelarbeit.
Lange Bergstrecken: Flughafentransfers dauern 1-3 Stunden pro Strecke, häufig bei Schnee oder Eis. Ob Genf-Courchevel, Zürich-St. Moritz oder Innsbruck-Kitzbühel - die Regel ist immer dieselbe: Strecke kennen, Bedingungen respektieren, nie hetzen.
Fahrerfahrung im Winter: Das Fahren in den Bergen bei winterlichen Bedingungen ist eine besondere Fähigkeit. Du musst mit Schneeketten, eingeschränkter Sicht und vereisten Straßen zurechtkommen. Wenn du keine Erfahrung mit dem Fahren im Winter hast, sei ehrlich - ein Betreiber wird das mehr respektieren als einen übermütigen Fahrer, der von einer Bergstraße abrutscht.
Sprachkenntnisse: Englisch ist für die meisten Aufgaben im Betrieb ausreichend. Französisch ist für die französischen Alpen von Vorteil, Deutsch für Österreich und die Deutschschweizer Kantone. Für die Arbeit als VIP-Chauffeur/in in mehrsprachigen Urlaubsorten (Verbier, Gstaad) sind Französisch und Englisch ein Minimum.
So findest du Arbeit als Fahrer
Jobs als Chauffeur/in werden selten auf allgemeinen Jobbörsen ausgeschrieben. Die besten Routen:
- Direkt bei Ski-Reiseveranstaltern bewerben: Inghams, Neilson, Crystal, Tui und Mark Warner stellen alle saisonale Transferfahrer ein. Für die Wintersaison am besten von August bis Oktober bewerben.
- Unabhängige Transferunternehmen: Ben's Bus, Alps2Alps, Ski-Lifts.com und viele weitere stellen Saisonfahrer ein. Weniger strukturiert, aber oft mehr Flexibilität.
- Resort-Hotels und Chalets: Größere Hotels beschäftigen manchmal ihre eigenen Gästetransferfahrzeuge - wende dich direkt an das Hotel.
- LinkedIn: Hier werden manchmal Stellen für VIP-Chauffeure ausgeschrieben, vor allem für Betreiber in Verbier, Gstaad und St. Moritz.