Housekeeping ist eine der am häufigsten ausgeübten saisonalen Tätigkeiten in den Alpen - jedes Hotel, egal welcher Größe, braucht sie, es werden keine Qualifikationen vorausgesetzt und sie ist auch für Neulinge in der Saison gut zugänglich. Sie ist aber auch körperlich anstrengend, steht unter Zeitdruck und wird oft unterschätzt. Hier ist ein ehrliches Bild davon, was die Arbeit beinhaltet und was du erwarten kannst.
Was beinhaltet der Job eigentlich?
Die Hauptaufgabe besteht darin, die Gästezimmer zu betreuen - Betten machen, Badezimmer reinigen, staubsaugen, Annehmlichkeiten auffüllen und die Zimmer für Neuankömmlinge vorbereiten. In einem typischen Alpine Hotel in der Hochsaison betreut eine Hauswirtschafterin/ein Hauswirtschafter je nach Hotelkategorie und Zimmergröße zwischen 10 und 18 Zimmer pro Schicht.
Eine typische Schicht:
- Startzeit: 8:00-9:00 Uhr
- Endzeit: 14:00-16:00 Uhr (Schichtlänge hängt von der Anzahl der Zimmer ab)
- Physische Belastung: hoch. Du musst dich bücken, heben und die ganze Schicht über auf den Beinen sein
- Teamstruktur: In der Regel weist eine Hauswirtschaftsleitung / Hausdame jeden Morgen die Zimmer zu. Sobald die Zuweisung erfolgt ist, arbeitest du weitgehend selbstständig.
Neben den Zimmern ist das Housekeeping-Personal oft auch für Folgendes zuständig:
- Reinigung der öffentlichen Bereiche (Lobbys, Flure, Aufzüge)
- Wäscherei und Wäschemanagement
- Turndown-Service (abendliche Vorbereitung der Zimmer in Hotels der höheren Kategorie)
- Tiefenreinigung der Zimmer während der Umzugszeiten
In kleineren Hotels und Berggasthöfen kann das Housekeeping-Personal auch beim Frühstücksservice oder bei allgemeinen Hotelaufgaben helfen.
Bezahlen nach Land
Die Löhne im Housekeeping unterliegen denselben Tarifverträgen für das Gastgewerbe wie alle anderen Tätigkeiten im Hotel.
| Land | Monatliches Minimum, Einstiegsgehalt (brutto) | Mit Erfahrung | |---|---|---| | Schweiz | CHF 3.900 | CHF 4.200-4.500 | | Österreich | ~€1.950 | ~€2.100-2.300 | | Frankreich | ~€1.820 (SMIC-Untergrenze) | ~€1.950-2.100 | | Italien | ~1.450 € | ~1.600-1.750 € | | Südtirol (IT) | ~€1.650 | ~€1.800-2.000 |
Unterkunft und Verpflegung sind sehr häufig in Housekeeping-Verträgen enthalten - in den Alpenhotels sind die Housekeeping-Teams meist vor Ort untergebracht. Der effektive Wert des Pakets ist höher, als der Grundlohn vermuten lässt.
Für Housekeeping-Tätigkeiten gibt es in der Regel kein direktes Trinkgeld. Einige Hotels mit einem allgemeinen Servicegebühren-Pool geben einen Teil davon an das Housekeeping ab - frag bei deinem Vorstellungsgespräch nach.
Erfahrung und Qualifikationen
Für den Einstieg in das Housekeeping ist keine formale Qualifikation erforderlich. Die Arbeitgeber suchen nach:
- Verlässlichkeit und Pünktlichkeit (der Zimmerwechsel ist zeitkritisch)
- Liebe zum Detail
- Körperliche Fitness
- Grundlegende Sprachkenntnisse - du musst mit Vorgesetzten und gelegentlich mit Gästen kommunizieren
- Frühere Erfahrungen in der Reinigung oder im Gastgewerbe sind von Vorteil, aber nicht unbedingt erforderlich
Für Positionen als Hausdame / Executive Housekeeper (mit Aufsichts- oder Managementfunktion) brauchst du Erfahrung - in der Regel 2-3 Jahre im Hotel Housekeeping, mit etwas Aufsichtserfahrung. Diese Positionen werden besser bezahlt und sind wettbewerbsfähiger.
Sprachanforderungen
Das Housekeeping ist eine der leichter zugänglichen Stellen für Arbeitnehmer/innen ohne gute Sprachkenntnisse. In schweizerischen, österreichischen und französischen Ferienanlagen ist das Housekeeping-Team oft international zusammengesetzt, und die Koordination der täglichen Aufgaben kann auf Englisch oder durch praktische Demonstration erfolgen.
Davon abgesehen:
- Schweiz (deutschsprachige Kantone): Grundlegende Deutschkenntnisse sind für die Kommunikation mit Gästen und Vorgesetzten hilfreich
- Österreich: dasselbe - Deutsch ist die Arbeitssprache
- Frankreich: Französisch wird zunehmend erwartet, auch in internationalen Resorts
- Italien / Südtirol: Italienisch (oder Deutsch in Südtirol) für die Kommunikation mit der Aufsicht
Wenn deine Sprachkenntnisse begrenzt sind, solltest du das in deiner Bewerbung erwähnen und offen sein. Viele Arbeitgeber stellen dich eher aufgrund deiner Einstellung und Zuverlässigkeit als aufgrund deiner Sprachkenntnisse ein, vor allem wenn du als Zimmermädchen arbeitest.
Ein realistisches Bild des Lebensstils
Das Housekeeping in einem Skigebiet ist kein 9-to-5-Bürojob. An den Wechseltagen (in der Regel Samstag oder Sonntag, wenn die Gäste ein- und auschecken) arbeitest du vielleicht in einem komprimierten Zeitfenster durch die Zimmer eines ganzen Hotels. Der Druck ist echt.
Aber das ist es wert:
- Der Vormittag ist am frühen Nachmittag vorbei - du hast den Berg, die Stadt und den Nachmittag frei
- Die Unterkunft ist fast immer inbegriffen, so dass der Stress mit der Unterkunft entfällt, den andere Arbeitnehmer haben
- Es ist ein Beruf, in dem du dich wirklich verbessern und schnell Verantwortung übernehmen kannst
- Die Teamatmosphäre in den Housekeeping-Abteilungen ist in der Regel sehr familiär
Worauf du dich einstellen musst:
- Der körperliche Tribut summiert sich im Laufe einer Saison - investiere in gutes Schuhwerk und Rückenpflege
- Die Hauptumstellungstage sind anstrengend
- Einige Hotels haben strenge Zimmerkontingente - wenn du in Rückstand gerätst, spürst du den Druck
Bewerben
Bewerbungen im Housekeeping müssen nicht aufwendig sein. Worauf es ankommt:
- Deine Verfügbarkeitsdaten (genau)
- Frühere Erfahrungen im Bereich Reinigung oder Hotel
- Ob du eine Unterkunft brauchst
- Eine Anmerkung zu deinen Sprachkenntnissen
Bewirb dich direkt bei der Personalabteilung oder dem Housekeeping Manager des Hotels. In kleineren Resorts kümmert sich der Eigentümer oder Manager direkt um die Einstellung - eine persönliche, direkte E-Mail bringt mehr als ein Bewerbungsformular.