Arbeit in den Alpen im Sommer ist kein Strandjob. Auf 1.500 bis 3.000 Metern ist das Wetter unberechenbar: mittags warm, abends kalt, Gewitter kommen schnell. Deine Packliste sieht anders aus als im Winter - keine Skiausrüstung, leichtere Schichten - aber das Grundprinzip bleibt dasselbe: kleid dich für den Berg, nicht nur für die Jahreszeit.
Diese Liste ist für Arbeitnehmer. Sie setzt voraus, dass du Zugang zu einer Waschküche und einem kleinen Zimmer mit Grundausstattung hast.
Dokumente (die nicht verhandelbaren Dinge)
Nimm die Originale mit und speichere digitale Kopien in der Cloud:
- Reisepass (mindestens 6 Monate über dein geplantes Rückreisedatum hinaus gültig)
- Personalausweis (EU-Bürger - für die Einreise in viele Alpenländer ausreichend; für die offizielle Anmeldung in der Schweiz wird oft der Reisepass bevorzugt)
- Dein unterschriebener Arbeitsvertrag (ausgedruckt)
- Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK, EU/EWR-Bürger)
- Arbeitsgenehmigung, Visum oder WHV-Unterlagen (Nicht-EU-Bürger - siehe Leitfaden für Arbeitserlaubnisse für Nicht-EU-Bürger)
- Reise-/Krankenversicherungsunterlagen
- Strafregisterauszug / DBS-Zertifikat (falls für deine Rolle erforderlich)
- Alle relevanten Qualifikationen (Bergführer-Qualifikation, Erste-Hilfe-Kurs, Lebensmittelhygienezertifikat)
- Bankverbindung für die Gehaltsabrechnung
- Kontaktinformationen für Notfälle
Behalte ein Foto von allem auf deinem Handy und eine Kopie in deiner E-Mail.
Krankenversicherung: Die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) deckt Notfallbehandlungen ab, ist aber kein Ersatz für eine lokale Krankenversicherung. Bei Aufenthalten von mehr als 3 Monaten in der Schweiz bist du gesetzlich verpflichtet, eine eigene Schweizer Krankenkasse (KVG / Grundversicherung) abzuschließen - dein Arbeitgeber regelt das nicht für dich. In Österreich und Frankreich wirst du über die Sozialbeiträge deines Arbeitgebers automatisch zu Vertragsbeginn angemeldet. Für die Zeit vor Vertragsbeginn sind SafetyWing oder World Nomads gute Optionen. Den vollständigen Überblick gibt der Leitfaden zur Krankenversicherung.
Kleidung: das Lagenprinzip gilt auch im Sommer
Bergbedingungen in der Höhe erfordern auch im Sommer Schichten. Der Unterschied liegt im Gewicht: Du brauchst feuchtigkeitsableitende, keine stark isolierende Kleidung. Das System bleibt dasselbe - Basisschicht → mittlere Schicht → Außenschicht - aber jedes Teil ist leichter.
Basisschichten
- 1-2 leichte, feuchtigkeitsableitende Basisschichten (Merinowolle lohnt sich auch im Sommer - Temperaturregulierung und Geruchsresistenz; du kannst sie mehrere Tage tragen)
- 1 leichte Thermoleggins (für kalte Morgen, Hochgebirgsarbeit oder Abendwanderungen)
- Woll- oder feuchtigkeitsableitende Socken × 5-7 Paar
Mittlere Schichten
- 1 leichte Fleece- oder Isolierjacke (Berge kühlen sich im Juli auf 5-10°C ab; ein Fleece macht den Unterschied zwischen angenehm und frierend)
- 2-3 kurzärmelige oder leichte langärmelige Oberteile
Äußere Schicht
- 1 wasserdichte und winddichte Jacke (unverzichtbar - Gewitterschauer sind im Alpenraum häufig und kommen schnell; das gilt unabhängig von deiner Stelle)
- 1 wasserdichte oder schnelltrocknende Wanderhose
- 1-2 Shorts für warme Tage und die Freizeit
Arbeitskleidung
In der Regel schreibt dein Arbeitgeber vor, was du anziehen sollst. Übliche Situationen:
- Küche: Der Arbeitgeber stellt Schürzen und manchmal weiße Kochkleidung. Bringe schwarze Hosen (2 Paar) und rutschfeste Küchenschuhe mit.
- Service: Der Arbeitgeber stellt oder schreibt in der Regel eine Uniform vor. Bringe eine schicke schwarze Hose und schwarze Schuhe mit.
- Hauswirtschaft: Der Arbeitgeber stellt die Uniform. Bringe bequeme, bewegungsfreundliche Basisschichten mit.
- Empfang: Der Arbeitgeber gibt es vor. In der Regel Business Casual mit dem Markenzeichen des Arbeitgebers.
- Outdoor-Guide: Der Arbeitgeber stellt in der Regel Markenoberbekleidung. Bringe deine eigenen Basisschichten und Wanderschuhe mit.
Bring Arbeitsschuhe mit, in denen du dich auch bei langen Schichten wohlfühlst. Verlass dich nicht darauf, diese in einem Urlaubsort zu kaufen - die Auswahl ist begrenzt und die Preise hoch.
Allgemeine Kleidung
- 5-7 Alltagsoberteile (T-Shirts, leichte Langarmshirts)
- 2-3 Paar Freizeithosen oder Shorts
- 1 warmer Pullover oder Fleece für kalte Abende
- 1 schickeres Outfit für den Abend (das ist in erstklassigen Urlaubsorten wichtiger, als du denkst)
- Unterwäsche × 7 Tage
- 1 warme Mütze (für frühe Bergstarts oder Tage auf großer Höhe)
- 1 Sonnenhut oder Cap (direkte Sonneneinstrahlung in der Höhe ist den ganzen Tag intensiv)
- 1 Paar warme Handschuhe (für kalte frühe Starts im Berggelände)
- 1 Schlauchtuch oder Buff
- Sonnenbrille (UV-Schutz ist in der Höhe wichtiger als auf Meereshöhe)
Schuhe
- Wanderschuhe (knöchelhoch, wasserdicht, mit gutem Profil): unverzichtbar für die Sommersaison in den Alpen. Nasse Wege, loses Gestein und unebenes Gelände strafen niedrige Schuhe ab. Trage sie vor der Abreise ein - neue Schuhe verursachen schnell Blasen. Kaufe sie nicht in einem Urlaubsort; die Auswahl ist begrenzt und die Preise hoch.
- Rutschfeste Küchen-/Arbeitsschuhe (falls zutreffend - siehe oben)
- Sandalen oder leichte Schlupfschuhe für das Personalhaus und warme freie Tage
Après-Boots, Skischuhe oder schweres Winterschuhwerk brauchst du nicht.
Toilettenartikel und Gesundheit
Packe für 2-4 Wochen; fülle die Vorräte vor Ort auf:
- Sonnenschutzmittel SPF 50+ (Bergultraviolett ist intensiv - größere Höhe bedeutet weniger atmosphärische Filterung, Schneeflecken und Felsen reflektieren zusätzliches UV; kaufe es vor deiner Abreise, die Geschäfte am Urlaubsort verlangen das Doppelte)
- Lippenbalsam mit LSF
- Insektenschutzmittel (nützlich auf niedrigeren Höhen und in Waldgebieten; weniger problematisch oberhalb der Baumgrenze, aber praktisch)
- Feuchtigkeitscreme (trockene Bergluft wirkt sich spürbar auf die Haut aus)
- Blasenpflaster (Compeed o.ä. - in den ersten Wochen mit neuen Wanderschuhen unverzichtbar)
- Mittel gegen Höhenkopfschmerzen (Ibuprofen oder Paracetamol - typischerweise in den ersten Tagen ab 1.500 m)
- Verschreibungspflichtige Medikamente - nimm einen Vorrat für eine ganze Saison mit oder einen Brief deines Arztes
- Wiederverwendbare Wasserflasche (große Höhe und Außenarbeit bedeuten schnellere Dehydrierung; mindestens 1 Liter Fassungsvermögen empfohlen)
Technik und Praktisches
- Laptop oder Tablet (für Verträge, Bankgeschäfte, Unterhaltung im Personalhaus)
- Handy-Ladegerät und Universaladapter (die Schweiz verwendet Stecker Typ J, 3-polig - nicht kompatibel mit dem EU-Standard)
- Tragbare Powerbank
- Kopfhörer (im Personalhaus wird die Lärmisolierung belohnt)
- Ein gutes Buch oder ein E-Reader (wenn das WiFi unweigerlich ausfällt)
Was du nicht mitnehmen solltest
- Skijacke, Skihose, Skischuhe: im Sommer überflüssig. Lass sie zuhause.
- Schwere Winterthermowäsche: ein leichtes Set reicht aus. Vollständig isolierende Basisschichten sind für Sommerbedingungen zu warm.
- Übermäßige Freizeitkleidung: Deine Garderobe besteht hauptsächlich aus Arbeitskleidung und Outdoor-Ausrüstung. Der Platz ist begrenzt.
- Föhn: Die meisten Personalräume haben einen oder es gibt einen gemeinsamen Föhn. Vor dem Packen nachfragen.
- Halbe Küche: Die Personalhäuser haben eine Grundausstattung. Packe nur deine persönlichen Lieblingsprodukte ein (Kaffee, speziellen Tee, ein gutes Messer, wenn dir das als Koch wichtig ist).
Was du bei deiner Ankunft kaufen solltest
Manche Dinge kaufst du am besten vor Ort oder nachdem du deine spezifische Situation kennst:
- Lokale SIM-Karte: unerlässlich. Besorge sie dir in den ersten ein oder zwei Tagen. Die Roaming-Kosten summieren sich. Sunrise und Salt in der Schweiz; A1 und Magenta in Österreich; Free Mobile und Orange in Frankreich; Iliad und TIM in Italien.
- REGA-Mitgliedschaft (Schweiz): CHF 40/Jahr. Bergunfälle passieren das ganze Jahr - Wanderunfälle, Wettereinbrüche, Verletzungen. Im Regelfall werden Gönnermitglieder von der Rechnung für Schweizer Rettungseinsätze befreit. Vor dem ersten Tag im Berggebiet online abschließen.
- Alpine Club-Mitgliedschaft: SAC (Schweiz), OeAV (Österreich), CAI (Italien) oder FFCAM (Frankreich). Beinhaltet Rettungsschutz, Rabatte auf Berghütten und Zugang zu Wanderkarten. Gegenseitige Absicherung zwischen nationalen Clubs.
- Swisstopo-App (Schweiz/Österreich): detaillierte topografische Karten; ca. CHF 30/Jahr im Abo. Für Outdoor-Guide-Arbeit oder Wanderwege abseits markierter Pfade nützlich; kostenlose Alternative: komoot.
- Arbeitgeber-Aktivitäten: viele Sommerstationen bieten Mitarbeiterrabatte auf Wanderpässe, Mountainbike-Zugang oder Kletterangebote. Erkundige dich bei deinem Arbeitgeber, bevor du unabhängig buchst.
Der Gewichtscheck
Ein gut gepacktes Sommerset sollte problemlos unter 18 kg bleiben. Du trägst keine Skiausrüstung, also gibt es keine Entschuldigung fürs Überpacken. Du wohnst in einem kleinen Zimmer oder einer geteilten Unterkunft - der Platz ist entsprechend begrenzt. Die Dinge, die du in einem Urlaubsort nicht so leicht bekommst, sind spezielle Medikamente, gut sitzende Wanderschuhe und hochwertige Basisschichten zu vernünftigen Preisen. Setze hier die Prioritäten.
Partnerinformationen
World Nomads: Wir erhalten eine Provision, wenn du über diesen Link ein Angebot von World Nomads anforderst. Wir vertreten World Nomads nicht. Dies ist keine Empfehlung zum Abschluss einer Reiseversicherung.